Schwarze Johannisbeeren: GELEE DE CASSIS

Am letzten Wochenende hab ich zwei Kilo schwarze Johannisbeeren vom Markt mitgebracht, daraus ein umwerfend leckeres Gelee de Cassis gekocht und einen wunderschönen Flashback in die Küche meiner Kindheit genossen.

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Bei uns im Garten hingen früher die Johannisbeerbüsche im Juli/August üppig voll mit roten und schwarzen Beeren. In mehreren Durchläufen wurde geerntet, und jedes Mal danach saßen meine Mutter und meine Oma Grete gemeinsam in schnatternder Vertrautheit in der Küche und haben Kilo um Kilo der kleinen Früchtchen von den Rispen gezogen. Bei uns hieß das: puhlen. Eigentlich wurde alles mögliche gepuhlt. Das Ei aus der Schale, die Erbsen aus den Hülsen, und – besonders lecker – große Mengen frischer Nordseekrabben, die morgens in Büsum direkt vom Kutter geholt wurden. Auf keinen Fall gepuhlt wurde am aufgeschürften Knie, das war richtig verboten. Aber sonst: jede Menge Gepuhle. Kindheitswörter.

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Eingekocht wurden Johannisbeeren bei uns zu Literweise Saft und Sirup, zu diesem Gelee aus schwarzen und roten Früchten mit einem Hauch Vanille, und dann gab es immer ein paar Liter Ansatz Likör und wenige Gläser Gelee aus pur schwarzen Beeren. Das Familienrezept für schwarzes Johannisbeergelee hab ich dieses Jahr mit etwas Zimt und Sternanis gepimpt. Mein absolutes Lieblingsgelee!

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Es ist dunkelst lila. Es ist maximal fruchtig. Es ist säuerlich und gleichzeitig süß. Es hat diesen ganz hintergründigen Hauch von Zimt und Sternanis. Es hat die genau richtige Konsistenz. Es ist perfekt zum Frühstück, zu Pfannkuchen und Waffeln und es ist eine köstliche Füllung für Kuchen und Kekse.

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Für ca. 6 kleine Gläser braucht Ihr:

Ca. 1 kg schwarze Johannisbeeren (davon 750 ml Saft)
200 ml Wasser
2 EL brauner Zucker
Saft von 1 Limette
1 Vanille-Schote
1/2 Zimtstange
2 Sternanis
500 g Gelierzucker 2:1
Ein paar EL Creme De Cassis (nach Geschmack)

So geht’s:

Johannisbeeren waschen, von den Rispen zupfen (aka puhlen) und noch einmal abbrausen.
Mit 1 EL braunem Zucker und 200 ml Wasser für 10-15 Minuten köcheln lassen.
Durch ein Sieb mit Passiertuch (ausreichend großer Topf drunter) abgießen.
Für 3-4 Stunden abtropfen lassen und den Trester dann richtig gut ausdrücken.

750 ml Saft abmessen. Vanilleschote, Zimt und Sternanis (die gern in einem Gewürzsäckchen) zugeben und  mit dem Zucker, dem Limettensaft und dem Gelierzucker vermischen.
Alles ca. 3-4 Minuten sprudelnd kochen lassen, dabei den Schaum abschöpfen.
Kurz vor Schluss die Gewürze rausfischen und wer mag (ich mochte und es ist köstlich) rührt jetzt noch 4-6 EL Creme De Cassis unter.
Das fertige Gelee (Gelierprobe machen) in sterilisierte Gläser füllen und sofort verschließen.

Das Gelee gab’s bei uns heute am frühen Nachmittag als spätes Frühstück auf köstlichen Pfannkuchen. Himmel!
Habt Ihr es gut und genießt den Rest des Sonntags!

 

 

4 Comments

  • Reply
    Monika Thiede
    17/08/2015 at

    Was so ein paar Beeren auf einem Foto sensationell aussehen können <3 . Bin immer wieder begeistert und das Rezept probiere ich aus, sobald mir ein paar schwarze Johannisbeeren über den Weg laufen. Liebe Grüße

    • Reply
      MONAQO
      17/08/2015 at

      Danke, liebe Monika! Und das Rezept ist wirklich traumlecker. Unbedingt probieren, bevor die schwarzen Johannisbeeren sich dem Herbst ergeben ;o)

  • Reply
    Franzy vom Schlüssel zum Glück
    17/08/2015 at

    hmmm… lecker
    und so tolle Etiketten 🙂

    • Reply
      MONAQO
      17/08/2015 at

      Danke, liebe Franzi. Manchmal bin ich wirklich nicht sicher, ob mir das Einkochen mehr Freude macht, oder das Einpacken …

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