Süsses Erbstück: HOLSTEINER APFELKUCHEN

Am letzten Wochenende war mal wieder meine Oma Grete für unser Sonntagssüß verantwortlich. Ich war erkältet, müde und gnaddelig und brauchte ganz dringend einen heimeligen Tröster.  Holsteiner Apfelkuchen ist für solche Situationen einfach nicht zu toppen. Er ist saftig, fluffig und hat eine herrliche Kruste aus geschmolzenem Zimtzucker. Kindheitsglück!

Holsteiner Apfelkuchen mit Zimtkruste

Dieser vollkommen unaufgeregte Klassiker versöhnt auch mit der übelsten Stimmung und jedem erdenklichen Zipperlein. Schon während er im Ofen steht, dringt sein zimtig-buttriger Duft aus jeder Ritze und lullt einen aufs Herrlichste ein, und den Rest besorgt dann der erste Bissen in ein noch lauwarmes Stück.

Oma Grete war eine absolute Bilderbuchoma. Sie war klein und etwas moppelig (aka pralinig), hatte immer einen akkurat gesteckten Dutt auf dem Hinterkopf und ein mit 4711 getränktes Stofftaschentuch mit Spitzenrand bei sich. Sie war einerseits sehr norddeutsch robust und direkt (echter Küstencharakter), und hat andererseits ihre Enkel liebend gern und ausufernd betüddelt und verwöhnt. Für mich war sie Trösterin, Vertraute und einer der wichtigsten Menschen überhaupt. Und weil sie himmlisch backen konnte, begegnet sie hier auch Euch immer mal wieder.

Ihr Grundrezept für Baisers und auch ihr Zitronenkuchen gehörten im letzten Jahr zu den meist gelesenen Posts, und heute gibt’s ihren Holsteiner Apfelkuchen.

Für eine Backform ca. 23 x 23 cm (bei mir diese Brownie-Form) braucht Ihr:

4 Eier
150 g Zucker
Mark von 1/2 Vanilleschote
1 TL Zitronenabrieb
150 g weiche Butter
1 EL Rum (Calvados ist auch fein, Ihr könnt den Alkohol auch weglassen)
200 g Mehl
1 TL Backpulver
4 große Äpfel (Boskop oder Cox Orange)
Etwas Zitronensaft und Zimt
Zimtzucker zum Bestreuen

Für ein großes Blech könnt Ihr die Zutaten der Einfachheit halber einfach verdoppeln.

So geht’s:

Äpfel schälen und in nicht zu dünne Spalten schneiden, mit etwas Zimt und Zitronensaft beträufeln und zur Seite stellen.
Eier trennen. Eiweiß mit etwas Salz cremig rühren und dann nach und nach die Hälfte des Zuckers einrieseln lassen und zu glänzendem Eischnee schlagen.
Butter und den restlichen Zucker mit Zitronenabrieb und Vanillemark schaumig schlagen, dann nacheinander jeweils einzeln die Eigelbe gut einarbeiten.
Mehl, Backpulver und Salz mischen, einsieben und alles kurz aber gründlich unterrühren.
Jetzt die Apfelstücke unterziehen und dann vorsichtig den Eischnee unterheben.
Den Teig in die gebutterte und leicht bemehlte Form (oder aufs Blech) geben und gleichmäßig verstreichen.
Mit Zimtzucker bestreuen.

Im vorgeheizten Ofen bei 180 Grad O/U auf der zweiten Schiene von unten 40-45 Minuten backen.

Der Holsteiner Apfelkuchen ist für mich der absolut perfekte Wochenendkuchen. Am ersten Tag ist er lauwarm am leckersten, und wenn er den überlebt, ist er am zweiten Tag großartig saftig und apfelig und das perfekte Bett-Frühstück.

 

 

9 Comments

  • Reply
    Meike
    11/06/2015 at

    Mmmh, diese Apfelkuchen-Variante klingt super. Apfel und Zimt sind für mich das Nonplusultra, daher werde ich dieses Rezept definitiv ausprobieren.

  • Reply
    lisbeths
    09/03/2015 at

    Liebe Astrid,

    jede Woche einen Monaqo Beitrag lesen. Das gönne ich mir jetzt! Und so eine pralinige Omi mit Dutt und Taschentuch ist schon ziemlich grandios. Der Kuchen sieht lecker aus und vielleicht schaffe ich es ja mal den Grete Appellkuchen zu backen.

    Ich glaube die Zeit nehme ich mir.

    Die liebsten Grüße nach München

    xxx
    Karin

  • Reply
    Habe-ich-selbstgemacht
    04/02/2015 at

    Liebe Astrid,
    einen schönen Blog mit vielen leckeren Ideen hast du. Und der Kuchen hört sich verdammt lecker und einfach an. Viele Grüße Julia
    http://www.habe-ich-selbstgemacht.de

  • Reply
    julia I mintlametta
    29/01/2015 at

    wenn er so lecker ist, wie er fluffig aussieht …. nachbacken fest eingeplant! liebe grüsse – julia

    • Reply
      MONAQO
      30/01/2015 at

      Danke, liebe Julia – Oma Grete steht für Gelinggarantie, und ich hoffe, er schmeckt Dir ähnlich gut wie mir, der Seelentröster ;o)

  • Reply
    Tammy
    28/01/2015 at

    Ujj, den Zitronenkuchen finde ich ja herrlichst! Das Baiser wird in zwei Wochen ausprobiert (da backe ich Deine Zitronentarte nach) und der Apfelkuchen wandert somit auch auf die Backliste.

    • Reply
      MONAQO
      30/01/2015 at

      Dankschön, Tammy. Ich freu‘ mich riesig, dass ich Deine Backliste so befeuern darf.

  • Reply
    MONAQO
    25/01/2015 at

    Liebe Sarah, wie schön, dass Du auch so lebhafte Erinnerungen an Deine Oma hast. Meine war zu mir (Nesthäkchen) tatsächlich nie streng, sondern fast schon irrwitzig geduldig selbst in der Zeit, als ich ein echt pubertierend-renitentes Ding war. Für die Strafen jeglicher Form war bei uns irgendwarum meine Mutter verantwortlich, und auch bei ihr hat sich die Lust daran zum Glück in Grenzen gehalten ;o) Hab auch Du einen schönen Sonntag. Ich bin sicher, auch Ihr genießt ihn mit leckersten Knuspereien!

  • Reply
    Sarah
    25/01/2015 at

    Liebe Astrid,
    ach was Omis doch für tolle Kuchenrezepte haben, nicht wahr? Mein Omi hat uns auch zu Hause mit ihrem Lehrergemüt betüddelt, umsorgt aber auch Strenge gezeigt, wenn wir das Zeugnis brachten und sich da die eine oder andere Note zeigt, die nicht ihrem Anspruch entsprach. Alleine um die Omi glücklich zu sehen und um den Lieblingskuchen gebacken zu bekommen, habe ich dann wieder mehr gelernt. 🙂
    Wie schön, dass Du mit uns diesen leckeren Apfelkuchen zeigst, er sieht traumhaft und so schön fluffig aus. 🙂
    Hab einen wundervollen Sonntag.
    Liebe Grüße
    Sarah

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