Soulfood: ZWETSCHGEN-DATSCHI MIT MANDELSTREUSELN

 

Wenn es mitten im Juli schon morgens in Strömen regnet, die Luft viel zu kühl und der Himmel so grau ist, wie gestern hier bei uns, dann brauche ich Soulfood. Beim Einkaufen sind mir dann auch noch – gefühlt vier Wochen zu früh – köstlich reife Zwetschgen quasi vor die Füße gekugelt …. Schicksal der besonders leckeren Sorte.

Die Zwetschgen-Saison ist hier(mit) eröffnet!

Zwetschgen Datschi Rezept

Der Zwetschgen-Datschi und ich haben seit Jahren einen nicht lösbaren Konflikt: sein Name. Fast immer rutscht mir noch das eine oder andere ”g” rein, das da einfach nicht hingehört. Zwgetschgen-Datschgi. Ich schätze, das ist ein Problem des Nord-Süd-Gefälles. Unfallfrei bestellen kann ich ihn also nicht, backen schon.

Der Datschi, der hier jedes Jahr die Saison einläutet, bekommt immer eine Hefeteigboden und obendrauf jede Menge Mandelstreusel. So kenne ich ihn von früher und genau so liebe ich ihn.

Rezept Zwetschgen Datschi

Den Teig des Familienrezepts hab ich in den letzten Jahren ein bisschen gepimpt, und während meine Mutter ihn früher mit Pflaumen aus dem eigenen Garten belegt hat, nehme ich trotz aller Sprachbarrieren Zwetschgen.

Zwetschgen sind leichter zu entsteinen, schmecken köstlich, sind saftig, aber eben nicht so extrem saftig wie Pflaumen, und damit finde ich sie für Kuchen einfach besser geeignet.

Rezept Zwetschgen Datschi

Der Hefeteig für diesen Kuchen ist nicht dick, mächtig und mords aufgeblasen, sondern so ein richtig leckerer, eher flacher Boden. Zusätzlich bestreut mit fein zerbröselten Biskuits oder Amarettini hält er die Saftigkeit der Früchte (selbst bei Pflaumen) wunderbar aus ohne matschig zu werden.

Rezept Zwetschgen Datschi

Damit wir hier nicht in kürzester Zeit moppelig werden, backe ich den Datschi nicht auf einem Blech, sondern in einer kleineren Brownie-Form oder im Backrahmen ca. 23 x 23 cm.
Dafür braucht Ihr:

Für den Teig:
60 ml Milch
10 g frische Hefe
25 g Zucker
150 g Mehl (optimal Typ 550)
1 Eigelb
1 EL Amaretto
Eine Prise Salz
3 TL Vanille-Extrakt
1/2 TL Abrieb von einer Biozitrone
25 g weiche Butter

Für den Belag:
700 g Zwetschgen
2-3 Löffelbiskuits (oder ca. 20 g Amarettini)
20 g Zucker
1 gestrichener TL Zimtpulver

Für die Streusel:
50 g Mehl
50 g gemahlene Mandeln
1 gehäufter TL Vanille-Zucker
40 g brauner Zucker
1 Prise Salz
(Etwas Zimt nach Geschmack)
50 g Butter

So geht’s:

Für den Hefeteig die Milch erwärmen (nicht über 36 Grad).
Den Zucker und dann die zerbröselte Hefe darin auflösen.
Die Hefemilch kurz stehen lassen und mit den restlichen Zutaten verkneten.
Die warme Butter hinzufügen und den Teig einige Minuten weiterkneten, bis er geschmeidig ist.
Eine Kugel formen und den Teig in einer Schüssel etwa 30-45 Minuten gehen lassen, dabei mit einem feuchten Tuch bedecken.
Der Teig geht nicht wirklich mächtig auf, das soll er aber auch gar nicht.

Währen der Teig die erste Runde Pause hat, könnt Ihr schon mal die Zwetschen vorbereiten:
Waschen, halbieren, entsteinen und jede Hälfte dann noch einmal längs bis etwa zur Hälfte einschneiden.
Beiseite stellen.

Jetzt das Blech, den Backrahmen oder die Form buttern und mit Mehl bestäuben.
Den Teig noch einmal durchkneten, auf der bemehlten Arbeitsfläche dünn ausrollen und Blech/Rahmen/Form damit auslegen.
Mit einer Gabel mehrmals einstechen.

Löffelbiskuits oder Amarettini zerbröseln und den Teig damit bestreuen.
Großzügig mit den Zwetschgen belegen.
Zucker und  Zimt vermischen und über die Zwetschgen streuen.

Für die Streusel das Mehl mit dem Zucker, dem Vanillezucker, der Butter und 1 Prise Salz sowie dem Zimt mit den Fingern zu Krümeln verreiben.
Die Streusel gleichmäßig auf dem Zwetschgen-Datschi verteilen.

Jetzt den fertigen Kuchen nochmal ca. 20 Minuten ruhen lassen.
Den Ofen auf 180 Grad O/U vorheizen.
Den Datschi im oberen Drittel ca. 35 bis 40 Minuten backen.

Nicht gerade ein Kuchen, den man mal auf die Schnelle backt, aber wirklich super köstlich und jeden Arbeitsschritt wert.

Ich hab den Post geschrieben, während der Datschi im Ofen war und jetzt ist auch noch die Sonne heraus gekommen, so dass es den Klassiker gleich als spätes Frühstück draußen in der Sonne statt auf der Couch gibt. Lauwarm darf er trotzdem sein und ein dicker Klecks Zimt-Sahne kommt auch noch obendrauf. Sonntags-Soulfood!

 

 

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